Wir können alles, außer Hochdeutsch. Dieser mittlerweile schon zur gängigen Redewendung mutierte Standortslogan aus dem Hause Scholz & Friends kann nicht nur für Baden-Württemberg gelten, sondern ebenso für Bayern, Sachsen oder eben für uns Nordddeutsche. Regionales ist im Kommen. Die Universität Leipzig lockte in diesem Semester Studienanfänger vor allem aus den alten Bundesländern mit einem Sprachkurs: “Sächsisch für Anfänger”. Eiferbibsch. Gänsefleisch. Motschegiebschen. Gelummbe.
Der Sächsisch-Kurs fand bereits zum zweiten Mal statt. Anlass ist die vielgerühmte Integration, diesmal von Westdeutschen in Ostdeutschland. Grund ist natürlich eher die damit verbundene Aufmerksamkeit, die mehr Studenten an die Uni Leipzig locken soll. Wie man liest, klappt das wohl ganz gut. Statt 400 kommen nun schon 800 Ersties aus Altdeutschland. Die Leipziger Aktion ist Teil der überregionalen Kampagne “Studieren in Fernost”, an der sich 44 Ost-Hochschulen beteiligen.
Nun frag ich mich, ob denn auch die Uni Greifswald, die EMAU, für ihre Neuzugänge einen Plattdeutsch-Sprachkurs abhält: “Vorpommersch für Anfänger”. Die Idee des Regionalsprachkurses ist dank der pfiffigen Leipziger marketingtechnisch betrachtet bereits verbraucht, aber nichtsdetoweniger sinnvoll, will man sich regional positionieren, Identität stiften, Heimatgefühle erzeugen und Integration fördern. Wie wäre es also mit einem plattdeutschen Küchenkurs? Der Schwerpunkt liegt dabei nicht auf dem Kochen, sondern darauf, dass man versteht, was regional gegessen wird. Wie wäre es heute Mittag mal mit Tüften, Arvten un Wördel? Oder Plummensupp mit Klüters?
Das hier ist schon etwas älter, passt aber genau zum Thema: