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Archive for the ‘Pommeranze’ Category

Quitte

Hier kommt die Quittung!


Zur Freude einer einzelnen Person und zum Genuss meiner anderen Leser präsentiere ich hiermit das letzte meiner Blütenfotos. Wenn ich mich recht entsinne, handelt es sich hierbei um eine Konstantinopler Apfelquitte. Eigentlich könnte man sogar ein eigenes Blog mit Blütenfotos bestücken, denn mit den Blüten ist es wie mit den Menschen: Jede sieht anders aus. Diese Vielfalt ist schon erstaunlich.

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Apfel London Pepping

Die Symmetrie der Natur

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Mecklenburger Königsapfel

Mecklenburger Königsapfelblüte

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Portugiesische Birnenquitte

Portugiesische Birnenquitte

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Konstantinopler Quitte

Wirkt wie Rhododenron: Quitte Konstantinopler

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„Pommern ist kein Zentrum des Dadaismus, Pommern ist Dada.“
(Michael Gratz)

Dadaismus in Wolgast

Wolgast: Irgendwie auch Dada

Der Dadaismus entstand als künstlerische Antwort auf die grausamen Schrecken des Ersten Weltkrieges. Die neue Kunstrichtung lehnte das bürgerliche Wertesystem – ja, das ganze überkommene Bezugssystem – völlig ab. Man stellte sich stattdessen auf einen wackeligen Stuhl und deklamierte Lautgedichte oder collagierte, was das Zeug hielt, oder provozierte drauflos und beschimpfte das Publikum. Diese Anti-Kunst taufte man ›Dada‹, die spießbürgerliche Gesellschaft schüttelte wohl eher den Kopf und nannte es ›Gaga‹.

Baronin Elsa von Freytag-Loringhoven

Bei ›Dada‹ denkt man zuerst an Zürich und Berlin, als zweites auch an Hannover, Paris und New York – aber an Pommern denkt man da zuletzt. Wer kennt heute noch Elsa Hildegard Plötz, die ›Dada-Baroness‹ Elsa von Freytag-Loringhoven? Geboren wurde die Künstlerin und Muse 1874 in Swinemünde. Ich weiß auch nicht viel über Elsa Plötz, außer dem, was die Wikipedia hergibt. Bezeichnenderweise steht in der englischsprachigen Wikipedia mehr über sie, als in der deutschsprachigen Version, denn in den USA erregte die ausgeflippte Person einige Aufmerksamkeit. Marcel Duchamp, bei dem sie Model stand, soll einmal gesagt haben: »Die Baroness ist keine Futuristin. Sie ist die Zukunft.« Im Dezember 1927 starb die Zukunft in Paris.

George Grosz

Ein weiterer Dadaist mit Bezug zu Pommern ist George Grosz, der in Stolp aufwuchs, wo der Knirps den Vater verlor. Stattdessen wurde Grosz von seinem Kunstlehrer an der Oberschule gefördert. Doch nicht alles an dieser Schule war gut. »In seiner Autobiografie ›Ein kleines Ja und ein großes Nein‹ schildert er weiterhin die von ihm als schikanös und gewalttätig empfundenen Zustände an der Schule. Nachdem er sich bei einem Referendar mit einer Ohrfeige revanchiert hatte, musste er die Schule verlassen.« Das schreibt zumindest die Wikipedia, auf die ich hier zur weiteren Lektüre verweisen möchte.

Aber auch heute noch ist Pommern (vor ollem Vorpammern) völlig Dada. Der Ober-Dada Raoul Hausmann äußerte 1922 folgenden sympathisch-anarchistischen Gedanken:

Der Dadaismus fordert die Einführung der progressiven Arbeitslosigkeit durch umfassende Mechanisierung jeder Tätigkeit. Nur durch die Arbeitslosigkeit gewinnt der Einzelne die Möglichkeit, über die Wahrheit des Lebens sich zu vergewissern und endlich an das Erleben sich zu gewöhnen.«

Man kann sagen, in Sachen Arbeitslosigkeit ist Mecklenburg-Vorpommern das fortschrittlichste Bundesland der Bundesrepublik. Die Menschen hier haben mehr Zeit als andere und sie erleben so einiges, wovon sie aber nur Menschen, die gut zuhören können, erzählen werden. Huuurz!

~
via Pomlit.de

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Pomeranze Bitterorange

Pomeranze = Bitterorange = Citrus aurantium = pomum aurantium


Einige Leserinnen und Leseriche werden von Yahoogle & Co auf diese Seiten gelockt, weil sie in ihren Suchanfragen »Pommeranze« eingegeben haben. Die korrekte Schreibweise ist jedoch ›Pomeranze‹, denn das Wort leitet sich vom lateinischen pomum aurantium ab, was ›Goldapfel‹ bedeutet und im Deutschen eine Apfelsinen- bzw. Zitrusart meint. Die Bezeichnung wird mit ›Landpomeranze‹ auch abwertend verwendet und meint dann ein Mädchen aus der Provinz, vermutlich wegen der roten Pausbacken. Ich meine mit ›Pommeranze‹ jedoch Menschen, die in der historischen Landschaft Pommern geboren wurden. Logisch.

Arancia di Andalusia

Arancia di Andalusia

Allerdings scheint die Schreibweise ›Pomeranze‹ – wie bei vielen anderen Wörtern – erst nachträglich festgelegt worden zu sein, denn es gab sie auch mal mit Doppel-m. Das lässt auf französische Wurzeln schließen, denn dort heißt der Apfel pomme statt pomum und es gilt: la pomme est le fruit du pommier. Bei der Recherche bin ich auf ›Das Hauslexikon: vollständiges Handbuch praktischer Lebenskenntnisse für alle Stände‹ (1837) aus der Feder von Gustav Theodor Fechner gestoßen. Darin heißt es ganz erfrischend:

Pommeranzen=Blätter. Man rühmt dieselben als ein Nerven=besänftigendes Mittel bei allgemeiner Nervenschwäche mit erhöhter Reizbarkeit, in Krämpfen aller Art, insbesondere aber in der Epilepsie, wenn sie aus Nervenschwäche, durch Onanie oder dergl. entstanden war u. noch nicht tief eingewurzelt ist. Doch ist nur von anhaltend fortgesetztem Gebrauche derselben Nutzen zu erwarten. Entweder giebt man sie frisch in Substanz zu ½ bis 1 Quentchen 3 bis 4 Mal täglich, gewöhnlich in Verbindung mit andern krampfstillenden Mitteln, oder in Aufguß von 1 bis 2 Unzen Blätter mit 15 Unzen heißem Wasser auf 1 Tag, wobei man Baldrianwurzel oder Pommeranzenschalensyrup zusetzen kann; endlich auch in Abkochung mit Pommeranzenschalensyrup.

Pommeranzen=Blüten. Orangen=Blüten, dienen wegen ihres angenehmen, vom Gehalt an einem ätherischen Oele abhängenden, Geruchs zur Bereitung mancher wohlriechenden u. aromatisch schmeckenden Präparate, z. B. des P.=B.=Wassers, des P.=B.=Syrups u. P.=B.=Oels (Neroliöls), welche 3 Präparate man in Apotheken findet, ferner der P.=B.=Conserve, der P.=B.=Bonbons, welche nebst andern Präparaten aus P.=B. bei Conditoren vorkommen. Läßt man frische P.=B. mit Zucker u. Wasser eine Zeit lang stehen, so nimmt das Wasser viel von dem Arom der Blüten auf, u. man kann damit ein angenehmes Getränk bereiten.

Pommeranzen=Schalen. Die Schalen der bittern P. verdanken ihren bittern gewürzhaften Geschmack dem Gehalt an ätherischem Oel u. bitterm Extraktivstoff. Sie werden in getrocknetem Zustande ballenweise von Lissabon, Malaga, Oporto, Genua u. Triest zum Handel gebracht. Die spanischen u. portugiesischen sind die vorzüglichsten u. gewöhnlich in Viertel geschnitten; die italienischen hingegen, welche schlangenförmig u. länglich geschnitten sind, werden viel weniger gesucht. Sie müssen überhaupt trocken, dünn und nicht zu alt seyn. Eine besondere Art P.=Sch. sind die von der Insel Curacao, welche unter dem Namen Curacao=Schalen in den Handel kommen. Sie sind weit dünner als die gewöhnlichen, u. brauchen nicht wie diese zum Gebrauche vom innern markigen Theile befreit zu werden. Das Meiste von den P.=Sch. wird zum Abziehen der Branntweine und Aquavite gebraucht.«

Bildquelle: Wikipedia (Link)

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