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Posts Tagged ‘Berlin’

Hans-Poelzig-Rosa-Luxemburg-Platz

Dieses Haus stand früher an einem anderen Platz: erst Bülow-, heute Rosa-Luxemburg.

Heute hätte einer der wichtigsten Architekten der Berliner Moderne seinen 144. Geburtstag: Hans Poelzig (1869-1936). Von Polezig stammt ballspielsweise die Wohnhausbebauung vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Weitere wichtige Bauten aus seiner Schreibtischschublade sind das Haus des Rundfunks in Charlottenburg und die Wolgaster Sparkasse, die von den Bewohnern der Peenestadt immer noch nicht recht als bauliche Ikone wahrgenommen wird. Hans Poelzig war in diesem Blog bereits öfter zu Gast, es ziemt sich also, einem guten Freund feste zum Wiegenfeste zu gratulieren. Der Hans, der kann’s!

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Hiermit präsentiere ich meiner geneigten Leserschaft ein wahres Juwel. Der Defa-Film zeigt recht anschaulich die Stimmung vor der Währungsunion. Gedreht wurde im wunderbaren Jahr der Anarchie, zwischen dem 1. Mai und dem 1. Juli 1990, Stichtag für die Mark der DDR.

BERLIN-PRENZLAUER BERG.
BEGEGNUNGEN ZWISCHEN DEM 1. MAI UND DEM 1. JULI 1990

Petra Tschörtner, DDR 1990, 75 Minuten

„Die Schwarzweiß-Doku liefert Bilder aus dem Leben der Kiez-Bewohner in den letzten Monaten vor der Währungsunion. We need revolution singt Herbst in Peking aus dem Prenzlauer Berg in den Trümmern der Mauer am Rande ihres Stadtbezirks. Dabei ist im Mai ’90 schon fast alles gelaufen. Im Prater schwooft Knatter-Karl mit seiner Freundin. Frieda und Gerda im Hackepeter sind erschüttert; denn gleich nach dem Fall der Mauer wurde im Tierpark ein Papagei gestohlen. Die Polizei jagt bewaffnete Männer, während Näherinnen erklären, warum die Vietnamesen zuerst entlassen werden. Ein einsamer Gast aus dem Wiener Cafe singt zum Abschied das Lied von der Heimat, während die rumänische Combo zum Balkan-Express zurückeilt. Die Hausbesetzer träumen von Anarchie und Frau Ziervogel, Inhaberin von Berlins berühmtester Würstchenbude, segnet das erste Westgeld. Der Tag der Währungsunion ist da. Filipp Moritz besetzt den Prenzlauer Berg.“

Die Doku steht bei Vimeo auch zum Download bereit.
(640 x 496 = 377MB oder 700 x 576 = 1GB)

via Geschichtspuls

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Plantu: Drôle de peuple

Mit links: Plantu signiert sein neues Buch.


Der französische Karikaturist Jean Plantu war heute in Berlin – und ich habe ihn gesehen! Plantu gilt in Frankreich als eine Art Star, jeder kennt ihn, seine Karikaturen erscheinen täglich in der Haupttageszeitung Le Monde und wöchentlich im L’Express. Nun weilte er zur Vernissage im Institut français am Berliner Kudamm, um seinen zeichnerischen Blick auf die Deutschen zu präsentieren: Drôle de peuple – Komisches Volk! Im dazu erschienenen gleichnamigen Katalog heißt es:

Plantus kritischer, aber auch stets empathischer und insgesamt sympathischer Blick auf den „Nachbarn jenseits des Rheins“ hat einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf das Bild, das viele Franzosen sich von Deutschland und den Deutschen machen. Seine Bilder sind ein wichtiger Bestandteil des großen interkulturellen Dialogs zwischen Frankreich und Deutschland.

Ich muss sagen: Magnifique! Es waren so viele Franzosen und Deutsche anwesend, dass sich die Raumtemperatur dank der Herzenswärme auf 36 Grad Celsius erhöhte. Als es zum Signieren des Katalogs kam, bildete sich eine ellenlange Schlange. Zum Glück für alle Beteiligten befand sich der Getränketisch gleich nebenher. Plantu nahm sich viel Zeit für alle, blickte treuherzig in die Kamera – bitte lächeln! – und zeichnete jedem sein Maskottchen, die Plantu-Maus, ins Buch: Pour Alexandre! – Merci!

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Also meine Stimme haste!

~
Mehr dazu: www.sonnenuhr-berlin.com

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Alfred Döblin

Alfred Döblin, das Buch zur Bronzebüste


»Sie liefen Wolgast an; überschwemmten es im Nu. Die Oder floss breit und ruhig in die Ostsee; an ihr lag die Stadt des Pommernherzogs Bogislaw, Stettin (…) Durch Vorpommern verbreiteten sich die Fremden, zehntausend Infanteristen, zweitausendfünfhundert Reiter, in völliger Einsamkeit, bei Damgarten wippten sie über die Mecklenburger Grenze.«
(Wallenstein, Fünftes Buch: Schweden, 1920)

Diese martialischen Worte (zugegeben) mit pommerschem Lokalkolorit (deswegen nur hatte ich sie ausgesucht) stammen aus der Feder von Alfred Döblin, dem Autor des Großstadtromans Berlin Alexanderplatz, in Stettin geboren. Döblin Stettin Berlin. Selbst das klingt schon wie ein futuristisches Gedicht. Vor fast einem Jahr berichtete das Freestland-Blog über das Verschwinden der Bronzebüste des Dichters von ihrem angestammten Standort in Berlin-Friedrichshain. Metalldiebe hatten den Kopf vom Sandsteinsockel gesägt und niemand wollte etwas gesehen haben. Zum Glück besaß der Bildhauer Siegfried Wehrmeister noch den Abdruck des Metallgusses, so dass für eine Kopie nur noch das Geld fehlte.

Und das kam zusammen. Teils steuerte der letzte lebende Sohn des Dichters, Stephan Döblin, einen beträchtlichen Beitrag bei, teils kamen Spenden rühriger Bürger hinzu. Seit heute befindet sich eine baugleiche Kopie im Foyer der neuen Bezirkszentralbibliothek in der Frankfurter Allee 14a. Der alte Standort kam wegen der kulturlosen Metalldiebe vorerst nicht in Frage, aber Alfred Döblin hätte wohl nichts gegen eine Bibliothek einzuwenden, in der regelmäßig Menschen verkehren.

Siegfried Wehrmeister und Afred Döblin

Mit dem Meister auf Augenhöhe: Der Bildhauer Siegfried Wehrmeister und seine Bronzebüste

Die Büste wurde im Beisein von Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste, und des Bildhauers Siegfried Wehrmeister, der extra aus Norwegen angereist war, eingeweiht. Klaus Staeck nutzte die Gelegenheit, um vor den anwesenden Medienvertretern auf die allgemeine Gefahr hinzuweisen, die von der Buntmetallmafia für den öffentlichen Raum ausgeht. Kunst im öffentlichen Raum ist zutiefst demokratisch, denn sie ist für jedermann zugänglich. Wenn man wegen des zunehmenden Vandalismus Plastiken und Gedenktafeln nur noch hinter verschlossenen Türen finden kann, dann leidet die Allgemeinheit: ich und du und er sie es. Klaus Staeck machte auch auf die grundsätzliche Gefahr aufmerksam, die von Metalldieben ausgeht. Bei der Deutschen Bahn werden hin und wieder ganze Schienen oder Metallleitungen entwendet, so dass der Zugverkehr unterbrochen werden muss, an Kirchen, Museen und Privathäusern werden frech Kupferrohre und Blitzableiter abmontiert. Ein gefährlicher Trend!

Staeck meinte auch, dass sich »jenseits der Grenze« kleinere Gemeinden auf das illegale Einschmelzen der entwendeten Buntmetalle spezialisiert hätten. Das er damit vorrangig Polen und Tschechien gemeint haben muss, ist klar, aber im Rahmen des allgemeinen Friede-Freude-Eierkuchen-Europa verhallen solcherlei kritische Töne natürlich ungehört. Offene Grenzen sind per se gut, Kritik daran ist schlecht. Alle Menschen sind Brüder, aber dass sich Brüder manchmal auch das Spielzeug wegnehmen und die Köpfe einhauen, wird verschwiegen. Fazit: Metalldiebe sind Kulturbanausen. Gegen diesen Diebstahl muss grenzüberschreitend etwas unternommen werden, ohne neue Grenzen zu ziehen.

»Demokratie ist die Regierungsweise, bei der jeder etwas zu sagen hat.«
(Alfred Döblin: Der deutsche Maskenball, 1921)

Apropos Meinungsfreiheit: Von einer anwesenden Dame vom Typ pensionierte Stabü-Lehrerin wurde ich während der Einweihung des rechten Gedankenguts verdächtigt, weil ich ein T-Shirt mit dem Aufdruck AC/DC (eigtl. AB/CD, eine Parodie) trug. Sie hatte noch nie etwas von AC/DC gehört und hielt den Stromblitz für eine SS-Rune. Als ich sie fragte, wo sie die letzten 30 Jahre gewesen sei und ihr den Nicki-Aufdruck erklärte, meinte sie ganz ungeniert, auch meine Frisur sei rechtsradikal. Sie selbst bezeichne sich als links. Die gute Dame hatte trotz ihres fortgeschrittenen Alters noch nicht begriffen, dass man Menschen nicht nach ihrem Äußeren beurteilt, weder nach Hautfarben noch nach bedruckten T-Shirts oder Haarschnitten. Schade eigentlich, hatte doch die pensionierte Lehrerin selbst Geld für die Döblin-Büste gespendet, wofür ich ihr dankbar bleibe. Was wohl passiert wäre, wenn ich mit einem T-Shirt von KISS aufgetaucht wäre..?

Also liebe Kinder, haltet euch von Linken und Rechten fern, denn diese Menschen sind wie Plus und Minus der selben Steckdose. Sie leben mit bipolaren Weltbildern voller mysteriöser Zeichen, die sie nach einer eigenen merkwürdigen Denke dechiffrieren, um sich zurecht zu finden. Dabei weiß jeder, der sich ein bisschen mit Semiotik beschäftigt, dass Zeichen weder gut noch schlecht sind, nicht sein können, da sie erst von Menschen interpretiert und mit einem Sinn gefüllt werden müssen.

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Sascha Weidner - Last Song am Kindertag 2011

Sascha Weidner: Last Song, Installation vor dem Postfuhramt Berlin in der Oranienburger Straße, am Kindertag (Anklicken zum Ankieken!)


Am Internationalen Kindertag dürfen die Kinder ruhig mal Kopf stehen. Morgen sind dann die Väter dran.

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„Den Tag,
an welchem Lilienthal
im Jahre 1891
seine ersten 15 Meter
in der Luft durchmessen hat,
fasse ich auf als den
Augenblick,
seit welchem
die Menschen fliegen
können.“

Der 23. Mai ist der Geburtstag von Otto Lilienthal aus Anklam. Der Flugpionier würde 163 Jahre alt werden. Ein dreifaches Hoch! Höher! Am höchsten! Tatsächlich starb Lilienthal im Alter von 48 Jahren durch einen Unfall bei einem seiner Flugversuche. Am 9. August 1896 stürzte er am Gollenberg bei Stölln aus etwa 15 Meter Höhe ab. In Derwitz bei Berlin gelang sein erster Gleitflug, der ihn genau 15 Meter weit trug. Jeweils 15 Meter – kein Witz! Am angegebenen Ort erinnert heute ein Denkmal an diese Großtat. Auf der beigefügten Sponsorentafel steht – etwas missverständlich – folgende Inschrift:

„Otto Lilienthal gilt als erster Menschenflieger. (1848-1896) Ihm gelang, was Generationen von Menschen erträumt hatten, sich 1891 vom Windenmühlenberg in Derwitz/Krielow durch einen Gleitflug von der Erde zu lösen. Sein Gleitflug war das Ergebnis 23-jähriger wissenschaftlicher Arbeit. Anlässlich des 100. Jahrestages des ersten Menschenfluges wurde am 21. September 1991 dieses Denkmal, geschaffen vom Bildhauer Wilfried Statt, eingeweiht.“

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