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Posts Tagged ‘Oder’

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»Sin de Äppel süß und kleen,
müssen de Beeme in Guben stehn.«

Da meine Beiträge über alte und regionale Apfelsorten auf großes Interesse gestoßen sind, möchte ich die angestoßenen Äpfel heute durch frische ersetzen. Diesmal geht es raus aus Vorpommern, die Oder-Neiße-Grenze entlang, nach Guben. Die vormalige Wilhelm-Pieck-Stadt war einst eine wohlhabende Tuchmacher-Metropole in der Niederlausitz, doch seit dem Zusammenbruch dieser Industrie erinnert Guben auf diesem Gebiet eher an die Produktivität von Gabun.

Doch es gibt Hoffnung! Neue Identität stiftet der beiderseits der Neiße seit langem beheimatete Obstanbau. Die Züchtung von Äpfeln, Kirschen, Pfirsichen und Pflaumen hat in Guben eine lange Tradition, was auch aus den Namen der verschiedenen Zuchtsorten herausklingt. So gibt es Gubener Spillinge ebenso wie die Kirschsorten Gubens Ehre und Große Germersdorfer (ein Zufallssämling aus Germersdorf bei Guben). Hinzu gesellt sich der Gubener Warraschke, eine lokale Sorte, die mit kleinen, abgeplatteten und saftig-wohlschmeckenden Früchten aufwartet. Im Niedersorbischen bedeutet das Wort wórašk übrigens so viel wie Bauer oder Ackermann, und von einem solchen soll die Art auch entdeckt und vermehrt worden sein. Die Warraschken werden gern zum beliebten Gubener Apfelwein verarbeitet, den es dank der Traditionspflege wieder zu kaufen gibt. Der Gubener Warraschke wird besonders im Rahmen der Gubener Apfeltage von den ortsansässigen Pomologen und den Einheimischen zelebriert.

Auf den Fotos ist ein ganz besonderes Exemplar zu sehen, es zeigt zwei zusammengewachsene Warraschken. Ein schönes Symbol für ein zukünftiges Zusammenwachsen der deutsch-polnischen Doppelstadt Guben-Gubin, wie ich finde. Außerdem gibt es noch den sehr selten anzutreffenden Kaschacker aus Guben, der durch seine tiefrote Färbung einen kräftigen Kontrast zum rotgelben Warraschke darstellt. Der Kaschacker ist ein typischer Weihnachtsapfel und bis Februar lagerfähig.

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Der Blogger Vilmoskörte war im Oderbruch. Im Oderbruch begegnen einem immer wieder Ortschaften oder vielmehr Ansiedlungen, deren Name mit dem Wort Loose endet. Oft ist der erste Teil des Namens ein Ort in unmittelbarer Nähe. Zum Beispiel Letschin und Letschiner Loose. Diese Ansiedlungen gehen auf die Regulierung der Alten Oder und die Trockenlegung des Oderbruchs zurück. Das neu nutzbare Land wurde im Losverfahren (Plattdeutsch: Loos) aufgeteilt und die Bauern zogen aus den Dörfern direkt auf ihren Landbesitz, bildeten also verstreute Kolonien. Ausführlich erklärt das Thomas Förder in seinem Textbeitrag »Loose-Geschichte im Oderbruch« auf Oderbruchpavillon.de:

»Als Verfahren setzte sich dabei in der Folge bei größeren Separationen durch, die zusammengelegte Feldmark in neue Grundstücke aufzuteilen und diese zu verlosen. Dabei zog jeder Beteiligte nach Stand ein Los mit den Angaben über sein neues Grundstück. Dem entsprechend wurde die betreffende Gesamtfläche, die zur Verteilung gelangte, als Loose, das einzelne Grundstück als Loos bezeichnet. An dieser Stelle bietet sich an, darauf zu verweisen, dass hier zur damaligen Zeit der von Berlin ausgehende sprachliche Einfluss noch nicht im Oderbruch angelangt war, sondern das Plattdeutsch in einer seiner verschiedenen Varianten herrschte.«

Hier eine Liste der Städte und Dörfer samt ihrer Filialen, nach dem Schrägstrich folgt der heutige polnische Name:

Altlangsower Loose – Altlangsow
Altlietzegöricker Loose – Altlietzegöricke / Stare Łysogórki
Altmädewitzer Loose – Altmädewitz
Altreetzer Loose – Altreetz
Altwriezener Loose – Wriezen
Bochows-Loos – Bochow
Fritz Loose – Flugpionier
Genschmarer Loose – Genschmar
Gieshof-Zelliner Loose – Zellin
Gorgaster Loose – Gorgast
Groß Neuendorfer Loose – Groß Neuendorf
Gusower Loose – Gusow
Güstebieser Loose – Güstebies / Gozdowice
Heeses Loos
Kienitzer Loose – Kienitz
Kunitzer Loose – Kunitz / Kunice (Lebus):
Projekt Raumpioniere
Lebuser Loose / Łazy Lubuskie – Lebus
Letschiner Loose – Letschin
Lindekes Loos
Manschnower Loose – Manschnow
Müncheberger Loose – Müncheberg
Neulietzegöricker Loose – Neulietzegörick
Ortwiger Loose – Ortwig
Platkower Loose – Platkow
Ralf Loose – Trainer
Reitweiner Loose – Reitwein
Sachsendorfer Loose – Sachsendorf
Seelower Loose – Seelow
Werbiger Loose – Werbig
Wilhelmsauer Loose – Wilhelmsaue
Zäckericker Loose – Zäckerick / Siekierki
Zäckeritzer Loose – Zäckeritz
Zechiner Loose – Zechin
Zelliner Loose – Zellin / Czelin
Zellulose – Ballaststoff / Polysaccharid

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Im Rahmen einer losen Folge von Blogvorstellungen sollte man sich heute mal folgendes Blog vorstellen: Vilmoskörtes Blog. Vilmoskörte (sprich: Vilmoschkörte) ist ungarisch und bedeutet Williamsbirne. Das ist ein Spitzname. Wie es dazu kam, erklärt „Vilmoskörte aber nicht Vilmoskröte“ auf seinen Seiten.

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