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Posts Tagged ‘Pfeifentabak’

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Mit diesem Blog habe ich sozusagen eine Patenschaft für die plattdeutsche Sprache übernommen, denn Plattdeutsch gehört zu Vorpommern wie der Plattfisch in die Ostsee. Plattdüütsch wird zwar vielerorts geredet, aber kaum geschrieben. Ein Klassiker der plattdeutschen Literatur ist sicherlich das Märchen Von den Fischer un syne Fru, das übrigens nicht von den Gebrüdern Grimm, sondern von dem Wolgaster Philipp Otto Runge in der heimischen Mundart aufgeschrieben wurde. Es kann nicht oft genug betont werden – Freestland ist Rungeland.

Nun habe ich einen weiteren Klassiker opp Platt (wieder)entdeckt: Krischan mit der Piepe. Wer hätte gedacht, dass Wilhelm Busch, der Meister der lustigen Bildergeschichte, bereits 1864 platte Verse über ein Kiffercomic reimte? Die illustrierte „Rauchphantasie“ liest sich wie eine drogeninduzierte Abwandlung von Goethes Zauberlehrling:

Der Vater verlässt in Frack und Zylinder das Haus, nicht ohne seinem Sohn die Warnung vor der Tabakspfeife mitzugeben: „Krischan! lat de Piepen stahn!“ Doch Verbote lenken die Aufmerksamkeit bekanntlich auf das Verbotene und Krischan zündet sich ein Pfeifchen an. Doch rums, da geht die Pfeife los mit Getöse, schrecklich groß! Die Gegenstände beginnen ein Eigenleben, der Gehstock tanzt mit dem Regenschirm, der Ofen mit der Kohlenzange, der Tisch mit dem Sofa. Schließlich kommen auch noch die Dämonen frei und materialisieren sich aus dem Pfeifennebel zu beliebten Kinderschreckfiguren – zuerst der alte Runkelmunkel, dann der schwarze Mann. Krischan wird schwummerig und schwindelig, er fällt zu Boden. Erst die hinzutretende Mutter kann die Geister mit einer Kanne starken Kaffees verjagen. Am Ende wiederholt der Vater schmunzelnd und pfeifeschmauchend seine Warnung vom Anfang: „Krischan, lat de Piepe stahn!“

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