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Posts Tagged ‘Zitrusfrucht’

Pomeranze Bitterorange

Pomeranze = Bitterorange = Citrus aurantium = pomum aurantium


Einige Leserinnen und Leseriche werden von Yahoogle & Co auf diese Seiten gelockt, weil sie in ihren Suchanfragen »Pommeranze« eingegeben haben. Die korrekte Schreibweise ist jedoch ›Pomeranze‹, denn das Wort leitet sich vom lateinischen pomum aurantium ab, was ›Goldapfel‹ bedeutet und im Deutschen eine Apfelsinen- bzw. Zitrusart meint. Die Bezeichnung wird mit ›Landpomeranze‹ auch abwertend verwendet und meint dann ein Mädchen aus der Provinz, vermutlich wegen der roten Pausbacken. Ich meine mit ›Pommeranze‹ jedoch Menschen, die in der historischen Landschaft Pommern geboren wurden. Logisch.

Arancia di Andalusia

Arancia di Andalusia

Allerdings scheint die Schreibweise ›Pomeranze‹ – wie bei vielen anderen Wörtern – erst nachträglich festgelegt worden zu sein, denn es gab sie auch mal mit Doppel-m. Das lässt auf französische Wurzeln schließen, denn dort heißt der Apfel pomme statt pomum und es gilt: la pomme est le fruit du pommier. Bei der Recherche bin ich auf ›Das Hauslexikon: vollständiges Handbuch praktischer Lebenskenntnisse für alle Stände‹ (1837) aus der Feder von Gustav Theodor Fechner gestoßen. Darin heißt es ganz erfrischend:

Pommeranzen=Blätter. Man rühmt dieselben als ein Nerven=besänftigendes Mittel bei allgemeiner Nervenschwäche mit erhöhter Reizbarkeit, in Krämpfen aller Art, insbesondere aber in der Epilepsie, wenn sie aus Nervenschwäche, durch Onanie oder dergl. entstanden war u. noch nicht tief eingewurzelt ist. Doch ist nur von anhaltend fortgesetztem Gebrauche derselben Nutzen zu erwarten. Entweder giebt man sie frisch in Substanz zu ½ bis 1 Quentchen 3 bis 4 Mal täglich, gewöhnlich in Verbindung mit andern krampfstillenden Mitteln, oder in Aufguß von 1 bis 2 Unzen Blätter mit 15 Unzen heißem Wasser auf 1 Tag, wobei man Baldrianwurzel oder Pommeranzenschalensyrup zusetzen kann; endlich auch in Abkochung mit Pommeranzenschalensyrup.

Pommeranzen=Blüten. Orangen=Blüten, dienen wegen ihres angenehmen, vom Gehalt an einem ätherischen Oele abhängenden, Geruchs zur Bereitung mancher wohlriechenden u. aromatisch schmeckenden Präparate, z. B. des P.=B.=Wassers, des P.=B.=Syrups u. P.=B.=Oels (Neroliöls), welche 3 Präparate man in Apotheken findet, ferner der P.=B.=Conserve, der P.=B.=Bonbons, welche nebst andern Präparaten aus P.=B. bei Conditoren vorkommen. Läßt man frische P.=B. mit Zucker u. Wasser eine Zeit lang stehen, so nimmt das Wasser viel von dem Arom der Blüten auf, u. man kann damit ein angenehmes Getränk bereiten.

Pommeranzen=Schalen. Die Schalen der bittern P. verdanken ihren bittern gewürzhaften Geschmack dem Gehalt an ätherischem Oel u. bitterm Extraktivstoff. Sie werden in getrocknetem Zustande ballenweise von Lissabon, Malaga, Oporto, Genua u. Triest zum Handel gebracht. Die spanischen u. portugiesischen sind die vorzüglichsten u. gewöhnlich in Viertel geschnitten; die italienischen hingegen, welche schlangenförmig u. länglich geschnitten sind, werden viel weniger gesucht. Sie müssen überhaupt trocken, dünn und nicht zu alt seyn. Eine besondere Art P.=Sch. sind die von der Insel Curacao, welche unter dem Namen Curacao=Schalen in den Handel kommen. Sie sind weit dünner als die gewöhnlichen, u. brauchen nicht wie diese zum Gebrauche vom innern markigen Theile befreit zu werden. Das Meiste von den P.=Sch. wird zum Abziehen der Branntweine und Aquavite gebraucht.«

Bildquelle: Wikipedia (Link)

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